Kurzvorstellung der Gemeinde Schermbeck

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Der Name „Scirenbeke“ findet sich bereits in einer Urkunde des Klosters Werden von 798/799, als Ländereien in „Scirenbeke und Ruscethe“ (Schermbeck und Rüste) in den Besitz des Klosters übergehen.

Die Gemeinde Schermbeck ist 1975 im Zuge der kommunalen Neugliederung durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Altschermbeck (ohne den Ortsteil Emmelkamp), Bricht, Dämmerwald, Damm, Gahlen (ohne den Ortsteil Östrich), Overbeck (ohne den nördlichen Teil), Weselerwald und Schermbeck entstanden.

Das jetzige Gemeindegebiet war vorher durch staatliche und kommunale Grenzen getrennt, obgleich es seit jeher einen einheitlichen Wirtschaftsraum darstellte. Der Zusammenschluss der acht Gemeinden, die bisher zwei Regierungsbezirken (Düsseldorf und Münster), zwei Landschaftsverbänden (Rheinland und Westfalen-Lippe), drei Kreisen (Rees, Recklinghausen und Dinslaken) und drei Ämtern (Schermbeck, Hervest-Dorsten und Gahlen in Hünxe) angehörten, war deshalb Grundvoraussetzung für eine wirkungsvolle Gesamtplanung der notwendigen Infrastruktur und der städtebaulichen Anforderungen. Dies gilt insbesondere für die baulich nahtlos ineinander übergehenden früheren selbständigen Gemeinden Schermbeck und Altschermbeck. Mitten durch diesen eng besiedelten Ortskern verliefen die münsterländisch-westfälische und die rheinisch-klevische Grenze.

Schermbeck als Ortschaft ist mindestens 1.200 Jahre alt. Schermbeck und Altschermbeck sowie die Bauernschaften Rüste, Üfte, Bricht und Overbeck waren seinerzeit noch eine Einheit. Die Grafen von Kleve, die um 1150 bei Wesel erstmals rechtsrheinische Besitzungen hatten, bauten ihre Rechte lippeaufwärts ständig weiter aus. Um 1300 hatten sie ihre Position so gefestigt, dass sie zum Schutz ihrer Grenze eine Wasserburg in Schermbeck errichten konnten, die 1319 erstmals urkundlich erwähnt wird.

Um diese Burg - im klevischen Bereich - bildete sich eine Ansiedlung, das spätere Neuschermbeck. Zu dieser Zeit - Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts - kommt es zur endgültigen Teilung der Gerichtshoheit zwischen dem Grafen von Kleve und Ritter Wessel von Lembeck. Der östlich der späteren Ludgeruskirche gelegene Bezirk untersteht dem Ritter, der westliche dem Grafen. Das klevische Herrschaftshaus war stets bemüht, seinen Bereich vom Bistum Münster abzutrennen.

Die neue Ansiedlung, die zunächst eine Kapellengemeinde war, wurde der Pfarrei Drevenack zugeordnet, obgleich die vorhandene, heutige Ludgeruskirche nur etwa 300 Meter entfernt lag.

Anfang des 15. Jahrhunderts hatte sich die Ansiedlung so entwickelt, dass ihr durch Herzog Adolf von Kleve die Stadtrechte verliehen wurden. Nach einer Zerstörung von Stadt und Burg durch Johann von Gemen im Jahre 1425 wurden Stadtmauern errichtet und Gräfte angelegt. Der neue Ort führte die Bezeichnung "Schermbeck" im Gegensatz zu der bisherigen Dorfschaft an der Ludgeruskirche, die "Olden Schermbeck" - Altschermbeck - genannt wurde.

1485, nach einer erneuten Zerstörung von Schermbeck durch Heinrich von Gemen im Jahre 1483, wurde die St. Georgskirche neu geweiht; sie dürfte Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut worden sein. Schermbeck blieb danach Gerichts- und Verwaltungssitz des klevischen Bestandes Schermbeck-Wesel. Die Burg war Sitz der ritterlichen Amtsleute. Nach dem Aussterben des klevisch-märkischen Geschlechts im Jahre 1609 fiel Schermbeck an das Haus Brandenburg, das spätere Preußen. Die strategische Bedeutung Schermbecks ging damit verloren.

Ab 1718 wurde ein Teil der Stadtmauern abgetragen und die Gräfte zugeschüttet; die Burg wurde privatisiert. Die Bezeichnung "Stadt" ist nach 1817 aufgegeben worden. Die Grenze zwischen dem westfälischen Altschermbeck und dem rheinischen Schermbeck, die im Wesentlichen als politische oder verwaltungstechnische Grenze verstanden werden muss, hat wie eingangs bereits erwähnt, bis zur kommunalen Neugliederung 1975 bestanden.

Zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung feierte die Gemeinde von Oktober 1998 bis Dezember 1999 eine mit vielen Veranstaltungen ausgestattete 1200-Jahr-Feier.

Der „Historische Umzug“ am 09. Mai 1999 wird jedem Besucher und Teilnehmer noch heute als ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung  bleiben.

Mit 110,74 qkm ist die Gemeinde Schermbeck die drittgrößte Gemeinde im Kreis Wesel. Rund 13.700 Einwohner sind in der Gemeinde gemeldet 

Im Ortskern (Altschermbeck / Schermbeck) - mit einem breit gestreuten gewerblichen Angebot - wohnen rund 9.000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 5 qkm und im Ortsteil Gahlen etwa 2.200 Einwohner.

Die übrigen Einwohner verteilen sich auf die von Land– und Forstwirtschaft geprägten Ortsteile Weselerwald, Dämmerwald, Damm, Overbeck und Bricht. Diese Räume, die über ein gut ausgebautes Wirtschaftswegesystem verfügen, zeichnen sich im hohen Maße durch ihren Freizeit- und Erholungswert aus. Im Ortsteil Weselerwald liegt die Arbeiterkolonie Lühlerheim mitsamt einer kleinen Kapelle.

Auf dem Gelände der Arbeiterkolonie nebst Alten-/Pflegeheim befindet sich auch die Kunstwerkstatt der Gruppe „Nebelhorn“. Am Ortsteil Damm angrenzend liegen der Waldlehrpfad und eine Grillhütte. Diese können über den Verkehrsverein Schermbeck (02853/9191-0) gebucht werden.

Der Ortsteil Bricht hat sich mittlerweile zu einem netten, kleinen Wohngebiet entwickelt.

Große Tonvorkommen im Raum Schermbeck waren früher die wirtschaftliche Grundlage des hier heimisch gewesenen Töpferhandwerks. Heute wird das riesige Tonvorkommen von der weit über die Grenzen des hiesigen Raumes bekannten Schermbecker Dachziegelindustrie abgebaut.

An diesen früheren und heutigen Wirtschaftszweig erinnern die zwei Kunstobjekte - Der „Töpfer“ und Der „Ziegler“- in der Mittelstraße (auch liebevoll „Mi“ genannt).

Auch das dritte Kunstobjekt hat seinen Platz an der Mittelstraße gefunden. Hierbei handelt es sich um eine Brunnenscheibe, die eine leicht abgeänderte Stadtansicht aus dem 17. Jahrhundert darstellt.

Die Gemeinde Schermbeck im Städteviereck Wesel – Haltern – Borken – Oberhausen ist an das überörtliche Verkehrsnetz gut angeschlossen. Die Bundesautobahnanschlüsse A 31 und A 3 mit den jeweiligen Anschlussstellen an den Bundesstraßen 58 und 224 sowie die Busverbindungen nach Dorsten (Gelsenkirchen) und Wesel (Haltern) sind äußerst günstig.

Durch diese verkehrsgünstige Lage ist Schermbeck nicht nur ein guter Standort für Bauinteressierte und für ansiedlungswillige Gewerbebetriebe, sondern darüber hinaus ein begehrtes Ziel für Naherholungssuchende.

Im Vorfeld des nördlichen Ruhrgebietes nimmt die inmitten von Heiden, Wäldern und Wiesen gelegene Gemeinde als Erholungsgebiet einen hervorragenden Rang ein.

Dies unterstreichen die über 70.000 Übernachtungen - bei 625 Betten - und die 13 Dauercampingplätze (davon liegen zwölf in  unmittelbarer Nähe zu Lippe und Wesel-Datteln-Kanal).

Ruhe, saubere und intakte Umwelt sowie der direkte Kontakt zur Natur bilden eine geradezu ideale „grüne Lunge“. Nicht von ungefähr ist deshalb das gesamte Gemeindegebiet Teil des Naturparks „Hohe Mark“.

Die herrlichen Partien des rund 6.000 Morgen großen Staatsforstes mit reichem Wildbestand in den Ortsteilen Weselerwald, Dämmerwald und Damm mit seinem großen Wacholderflächen, die Naturschutzgebiete „Loosenberge“, „Lippe-Aue“ sowie „Lichtenhagen“ und der Freudenberger Forst (3.600 Morgen groß) mit den schönen Kiefernwäldern und dem Naturerlebnisgebiet „Üfter Mark“ sind Garanten für eine abwechslungsreiche Landschaft.

Für Kurzurlauber, Radtouristen, Wanderer und Reiter werden alle Voraussetzungen für eine aktive, vielfältige Freizeitgestaltung geboten. Beschilderte Fernradwanderstrecken, Hauptwanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereines, 24 gekennzeichnete Rundwanderwege nebst Wanderparkplätzen sowie grenzüberschreitende  Reitwege (Niederlande) sind vorhanden.

Die weit über die Grenzen hinaus bekannte „NiederRheinroute“, das Radwegenetz NRW nebst Jacobsweg und die „RÖMER-LIPPE-ROUTE“ treffen im Gebiet der Gemeinde Schermbeck aufeinander.

Auch aufgrund der erstaunlichen Pressevielfalt an Tageszeitungen kann Schermbeck als Grenzregion zwischen Niederrhein und Münsterland bezeichnet werden.

Nicht nur landschaftlich ist die Gemeinde Schermbeck einzigartig, sondern auch durch ihre kulturhistorische Substanz. Dies kommt besonders in den Ortsteilen Gahlen und Schermbeck mit ihren Boden- und Baudenkmälern zum Ausdruck. Zahlreiche Objekte und ein beschilderter „Historischer Rundgang“ laden zu einem interessanten Spaziergang ein. Zu bestaunen sind unter anderem die „obere“ und „untere“ Burgmühle an den Mühlenteichen, die ehemalige Wasserburg Schermbeck  - als klevische Landesburg um 1300 erbaut -, mehrfach zerstört oder beschädigt und umgebaut.

Die Geschichte der Gemeinde wird dem Betrachter anschaulich durch das Heimatmuseum und dessen wechselnden Ausstellungen vermittelt. Führungen über den Historischen Rundgang sowie der Besuch des Heimatmuseums werden vom Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck (Tel.: 02853/4709) durchgeführt.

Der Ortsteil Gahlen ist durch erfolgreiche Teilnahmen beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ überregional bekannt geworden. Schon ein kleiner Rundgang um den Mühlenteich in Gahlen zeigt den Besuchern Spuren einer über 1.000-jährigen Geschichte mit alten Bauwerken und vielem mehr auf. Das älteste Bauwerk im Gahlener Ortskern ist die evangelische Dorfkirche. Einige Fakten lassen auf eine Gründung der Kirche bis vor 900 n. Chr. schließen. Auch das „Kneipp’sche Wassertretbecken“ auf der Sportanlage „Im Aap“ des TuS Gahlen, die Evangelische Jugendfreizeitstätte  sowie das „Ritteressen“ im Restaurant „Hohes Ufer“ haben Gahlen bekanntgemacht.

Das Freizeit- und Sportangebot in der Gemeinde Schermbeck kommt nicht zu kurz. Die Angebotspalette erstreckt sich über Kanu-, Planwagen-, Go-Kart- und Ballonfahrten bis hin zum Golfen, Kegeln oder Bosseln.

Zu den Sportstätten zählen unter anderem das Hallenbad mit Soledesinfektion, eine Großsporthalle, eine Zweifachsporthalle, Turn- und Gymnastikhallen, Sportplätze, eine Indoor-Fußballhalle, Tennisanlagen, Reithallen, Dressur- und Springplätze, Schießsportanlagen, Angelteiche sowie eine 18-Loch-Golfanlage.

Die Gemeinde Schermbeck stellt sich mit einer Vielzahl von traditionellen und sportlichen Veranstaltungen sowie Festlichkeiten Jahr für Jahr dar.

Als Beispiel wären hier die Schlemmer- und Genießertage sowie das Sommerstraßenfest, der Gewerbemarkt, der Weihnachtsmarkt, der Bauernmarkt, „Tanz in den Mai“, das Urige Schubkarren-Rennen im Karneval (alle vier Jahre, das nächste Rennen findet 2016 statt), die Reitturniere, der Schermbecker Volks- und Straßenlauf oder Halbmarathon, die Konzerte sowie die Schützenfeste in den acht Ortsteilen zu nennen. Besonders erwähnenswert ist das Trachtenschützenfest in Üfte/Overbeck (alle fünf Jahre, nächstes Trachtenschützenfest findet 2014 statt) sowie die jährlichen Kilian-Schützenfeste Altschermbeck und Schermbeck.

Die Veranstaltungsreihe der Kulturstiftung Schermbeck rundet seit 2004 das kulturelle Angebot der Gemeinde ab. Mit der ehemaligen reformierten Kirche (Zentralbau von 1786) hat die Kulturstiftung unter anderem einen vortrefflichen Veranstaltungsort gefunden.  

Schermbeck hat sich trotz kontinuierlicher Fortentwicklung seinen dörflichen Charakter bewahrt.

Dies wird insbesondere beim Vereinswesen ersichtlich. Die Palette reicht von den beiden großen Sportvereinen SV Schermbeck und TuS Gahlen über Motorsport, Reitsport, Schießsport, Tanzsport, Behindertensport, Bosselsport bis zu den Brieftaubenvereinen.

Der Verkehrsverein sowie die Heimatvereine Schermbeck, Gahlen und Weselerwald decken weitere kulturelle Bereiche in Schermbeck ab.

Die Gesangs- und Musikvereine reichen von Kirchen-, Kinder- und Frauenchören sowie Männergesangvereinen über Tambourkorps, Blaskapellen bis hin zu Akkordeon-Clubs.

Sonstige Interessenvereine und –verbände reichen vom Künstlerkreis, Pfadfinderstamm, Kolpingfamilie, Volkstanzgruppe, Landjugendbewegung über die Schalke- und Dortmund-Fan-Clubs bis zu den Laienschauspielgruppen.

Das Nachbarschaftsbrauchtum hat in Schermbeck auch heute noch eine große Bedeutung. Die Nachbarschaften vergrößern sich ständig und es werden weitere gegründet. Einige Nachbarschaften haben eine jahrhundertealte Geschichte.

Was einen Wohnort attraktiv macht, ist in Schermbeck vorhanden: Jugendheime, Pfadfinderheim, Kolping-Begegnungsstätte, Ärzte, Fachärzte, Zahnärzte, Tierärzte,  Krankengymnasten, Bankinstitute, sechs Kindergärten, Volkshochschule, zwei Grundschulen, Gesamtschule, Bücherei mit angeschlossenen soziokulturellen Zentrum, Altentages- und Pflegeheime, Behindertenwohnheim u. a. m. .

 

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